Regensburg
Sterben in Regensburg
Regensburg hat eine erstaunlich vielseitige Bestattungskultur. Das erleben die Unternehmerinnen von urnfold, plan b. Bestattungen und der Werk.Stadt Hummel in ihrer alltäglichen Arbeit immer wieder. Mit der Unterstützung der Stadt Regensburg und der Kreativbehörde wollen sie besondere Menschen, Orte und Begebenheiten sichtbar machen und einen Einblick in eine vielfältige und oft wenig beachtete Branche geben.
Ein Projekt von:
Unterstützt durch:
Produktion:
Produktion und Regie:
Ayla Güney
Kamera, Montage & Bildpostproduktion:
Julius Boehm
Ton & Tonpostproduktion:
Alejandro Weyler
Slowflower Kooperation

urnfold trifft die Slowflower-Bewegung
Blumen, die dich begleiten – jedes Jahr wieder.
Die Slowflower-Bewegung und urnfold haben sich zusammengeschlossen, um zu zeigen, wie schön und tröstlich regionale Blumen in Zeiten der Trauer sein können.
Für viele Menschen ist die Zeit rund um den Jahrestag eines Verlusts besonders schwer. Regionale und Saissonale Blumen können dann besonders Trost spenden, denn sie begleiten in ihrer Blütezeit jedes Jahr aufs Neue.
Durch die Kooperation mit der Slowflower-Bewegung erhoffen wir uns vielfältige Anregungen für regionale, saisonale und nachhaltige Trauerfloristik – und möchten gleichzeitig auf das Thema aufmerksam machen. Wir möchten zeigen, dass eine achtsame, ästhetische und nachhaltige Gestaltung in jeder Jahreszeit möglich ist, ganz ohne importierte Pflanzen, Pestizide und umweltschädliche Materialien wie Steckschaum.
Was ist die Slowflower-Bewegung: Eine wachsende Gruppe an Menschen, die sich für einen saisonalen, nachhaltigeren und fairen Blumenmarkt ohne Gifte, eingeflogene Blumen und umweltschädliche Materialien einsetzt.
Danke an Sebastian Conrad von Haute Jardin für die Begleitung des Projektes und die Interviewtexte.
Slowflower Kalender
Zwölf Monate lang entstand jeden Monat eine Trauerfloristik aus dem, was die Natur zu diesem Zeitpunkt bot. Alle Motive gibt es ab sofort in unserem immerwährenden Slowflower-Kalender.
Der Kalender ist immerwährend. Das heißt, ihr habt die kommenden Jahre etwas davon und könnt jährlich wiederkehrende wichtige Termine, wie Geburtstage, Todestage, Jubiläen etc. eintragen.
Die Bilder bieten Inspirationen für saisonale und nachhaltige Trauerfloristik. Auf der Rückseite finden sich zudem Informationen zur Umsetzung, dem Hintergrund, sowie ein Blühkalender für den jeweiligen Monat.
Gedruckt wurde im Format 47 x 67 cm auf hochwertiges Gmund Colors Papier. Die robuste Aufhängung wurde von Katharinas Vater in Handarbeit aus Totholz aus Nordfranken gefertigt.
68 €
(inkl. MwSt. + 6,99 € Versand)
Die Auflage ist auf 300 Stück limitiert.


„In meiner Gestaltung liegen der Tod und das Leben sehr nah beieinander. Abgestorbenes trifft auf die fragile Lebendigkeit vorgezogener, blühender Zweige. Das empfinde ich als tröstlich, weil es akzeptiert, dass der Tod zum Leben gehört.“
„Abschiedsgestaltungen mit Trockenblumen können Trauernde über den kurzen Moment der Bestattung hinaus zurück in den Alltag begleiten, und die Erinnerung an einen lieben Menschen wach und lebendig halten.“
(Fotos: Anne Hartmann)
„Am liebsten arbeite ich mit dem, was gerade bei mir verfügbar ist. Für mich bedeutet dies keinen Verzicht – ich finde die Saisonalität spannend und inspirierend.“
„Ich wollte auch etwas erschaffen, was man wieder verwenden kann und was bleibt. So dürfen die Knollen sogar mit unter die Erde, sodass sie im neuen Frühjahr wieder herauswachsen können.“
„Ich hatte selbst wenig Zeit und Raum, um zu trauern. Die Fläschchen, in denen die wilde Wiese arrangiert ist, sind dazu gedacht, mit nach Hause genommen zu werden, um weiter Teil der Verabschiedung zu bleiben.“
„Eigentlich denke ich immer wieder, dass es spannend wäre, außerhalb des ‚klassischen Kranzes‘ zu gestalten und merke gleichzeitig, wie kraftvoll das Symbol der Ewigkeit wirklich ist. Trauer braucht ein Gefäß oder einen Raum.“
„Die Gestaltung sollte natürlich gewachsen aussehen. Die Wickenranken stehen für mich für den Neuanfang, für die Kraft, sich auch mit Hilfe anderer dem Licht zuzuwenden.“
„Man denke an das leise Knistern, wenn man einer Strohblume vorsichtig über die Blätter streicht. Sie sind robust und doch zart in ihrer Anmutung. Ich mag dieses Spiel mit Kontrasten.“
„Diese Gestaltung versteht sich als stiller Dialog zwischen Material und Natur. Die Papierurne steht für das Leichte, das Endliche, der Sanddorn für Lebenskraft, Erinnerung und Zeit.“
„Bei der Bestattung dürfen die weißen Dahlien herausgenommen und mit in das Grab gegeben werden – zusammen mit einem der großen Blätter, auf das man eine ganz persönliche Nachricht schreiben kann. Als Abschiedsgruß sozusagen.“
„Der Rahmen bietet die letzte Möglichkeit, zu begreifen, was man nicht mehr begreifen kann. Die Gestaltung lädt zum Dialog ein – zum Ergründen des fast Unbegreiflichen.“
„Wie gewachsen, bewegt, naturhaft sollte die Stele sein. Wie verwoben aus den Tiefen des Winters, zwischen den Zeiten, zwischen den Welten.“
Hinter den Kulissen - 2022-21
2022
urnfold Pop-Up Store
Let’s talk about DEATH, baby! – denn vom drüber sprechen stirbt man nicht.
Im Zeitraum Oktober bis Dezember sind wir am Obermünsterplatz 1 in Regensburg vor Ort, um unsere aktuelle Papierurnen-Kollektion 2022 vorzustellen. Außerdem möchten wir mit Euch herausfinden, wie moderne Bestattungskultur aussehen kann. Dafür haben wir verschiedene Angebote geschaffen. Wir freuen uns auf einen Besuch zu unserer Ausstellung, der offenen Werkstatt oder digital beim Speeddating mit dem Tod. – Gefördert wird unser Pop-up-Store durch das Projekt „Lückenknüller“ der Stadt Regensburg.


















2021

Hält unsere Urne auch Regen stand?
Von Anfang an wurde uns die Frage gestellt, ob unsere Urne auch Regen Stand hält. Also haben wir es getestet, eine Urne mit 5 kg Sand gefüllt und sie in die Dusche gehängt. Das Ergebnis hat uns beruhigt. 🙂
Natürlich wird das Papier etwas weicher, bleibt aber in Form und kein Sand ist ausgetreten.








Social Innovators Challenge 2021 der Universitäten Würzburg & Bamberg
2021 haben wir uns spontan mit unserer Idee Urnen aus Papier zu machen bei der Social Innovators Challenge 2021 der Universitäten Würzburg & Bamberg beworben. Nach einigen Wochen Arbeit an dem Projekt haben wir überraschend die Challenge gewonnen, hatten ein kleines Startkapital und haben angefangen, das Projekt ernsthaft zu verfolgen.



Hinter den Kulissen - 2024
2024

das urnfold Team 2024
2024 hatten wir das erste Mal Praktikantinnen aus der Fakultät Industriedesign. Anna und Linda waren wirklich eine großartige erste Praktikumserfahrung. Dazu kamen zwei neue Gesichter ins Team. Pauline unterstützt Katharina mit Social Media und Annette unterstützt Kristina mit der Produktion und Buchhaltung. Franzi, die uns schon seit 2022 begleitet, bleibt uns noch bis Anfang 2025 erhalten. Wenn wir kurz innehalten, sind wir fast überrascht, dass wir nicht mehr zu zweit alles stemmen müssen. Es ist so schön, mit engagierten und kreativen Menschen zusammenzuarbeiten.

Kompostierung - eigenes kleines Testfeld2024 haben wir im Wald von Katharinas Eltern einen kleinen Praxistest gemacht: Wir vergruben Testbögen mit allen Bestandteilen unserer Urne. Nach drei Monaten waren noch einzelne Reste der Baumwollschnur und des Bodens aus Graupappe zu finden – nach sechs Monaten hatte sich alles vollständig zersetzt.
Natürlich ist das nur ein kleiner Versuch, und die Zersetzung hängt stark von Bodenbeschaffenheit und Witterung ab. Doch auch ein Friedhof in Franken kam bei einem ähnlichen Test zu einem vergleichbaren Ergebnis.
Bei der Auswahl unserer Materialien achten wir sorgfältig auf deren Kompostierbarkeit – und darauf, dass weder Farben noch Klebstoffe Schadstoffe an die Umwelt abgeben.
Pop-Up Store unmute:sadness
In Kooperation mit der Floristin Alexandra Hummel von Werk.Stadt Hummel haben wir uns in einer interaktiven Installation die Frage gestellt, wie kollektive Traurigkeit in etwas Positives transformiert werden kann. Die Installation „unmute sadness“, erstmals im Pop-Up-Raum des Deggingers in Regensburg gezeigt, besteht aus einem Schwarm, handgeschöpfter Samenpapiere über einem Erdhaufen. Besuchende können ihre Traurigkeit durch die Beschriftung/Gestaltung und das Einpflanzen dieser Papiere ausdrücken—ein symbolischer Akt des Loslassens oder der Transformation.


Nachhaltigkeit

_ Nachhaltigkeit?
Was verstehen wir unter Nachhaltigkeit? Nachhaltigkeit kann gefühlt alles und nichts bedeuten. Der Begriff wird inflationär verwendet und zu Recht immer öfter hinterfragt. Nachhaltigkeit wird vor allem mit ökologischen Aspekten in Verbindung gebracht, aber auch ökonomische und soziale Parameter spielen eine Rolle. Im Folgenden findet ihr nähere Informationen zu unserem Selbstverständnis im Kontext der Nachhaltigkeit.

_ Papier
Unsere Papiere beziehen wir aus der Region mit möglichst kurzen Transportwegen. Unsere hochwertigen Papiere aus schnell nachwachsenden oder recycelten Rohstoffen stammen aus der Büttenpapierfabrik Gmund am Tegernsee. Lediglich das Algenpapier für unsere Seeurne „Kaizen“ kommt aus England und punktet dafür mit hervorragenden Eigenschaften. Es löst sich besonders gut und rückstandsfrei im Wasser auf und besteht zum größten Teil aus Algen.
Papier an sich ist unendlich vielfältig in der Verarbeitung und Veredelung und wider Erwarten sehr stabil. Bei der Auswahl unserer Papiere haben wir auch darauf geachtet, dass weder die Farbstoffe noch die Weiterverarbeitung negative Auswirkungen auf die Umwelt haben. Die Papiere gehen nach der Bestattung schnell in den natürlichen Kreislauf über und hinterlassen keine Schadstoffe.


_ Klebstoff & Schnüre
Auch bei den anderen Materialien achten wir darauf, dass die Umweltbelastung im Verhältnis zu den Anforderungen möglichst gering ist. So haben wir uns für einen lösungsmittelfreien, kompostierbaren Kleber, recycelte Baumwollkordeln und Schnüre aus unbehandeltem europäischem Hanf entschieden.
_ Verpackung
Die Urnen von urnfold werden in einer wiederverwendbaren Transportbox geliefert. Diese ermöglicht es nicht nur, die Urne zur Gestaltung mit nach Hause zu nehmen, sondern bietet auch optimalen Schutz. Dadurch kann Füllmaterial eingespart werden. Nach Gebrauch können die Bestattungsunternehmen die Kartons zurückgeben, die dann wiederverwendet werden.

_ unser Selbstverständnis
Schon früh im Gründungsprozess haben wir uns entschieden, urnfold nach bestimmten Werten auszurichten. Dabei stehen drei Dinge im Vordergrund: ökologische Nachhaltigkeit, zeitgemäße Ästhetik und Selbstwirksamkeit durch Gestaltung.
In der Umsetzung sieht das so aus: Die gesamte Wertschöpfungskette von urnfold ist auf ökologische Nachhaltigkeit ausgerichtet, von den Servern, auf denen unsere Website läuft, über öko-zertifizierte und ressourcenschonend hergestellte Papiere und Senkschnüre aus Recyclingmaterial bis hin zu Verpackung und Versand.
Eine moderne Gesellschaft braucht zeitgemäßes Design: Die zentrale Frage bei der Gestaltung unserer Produkte ist, wie Trauergegenstände jenseits konservativer Symbolik aussehen können. So entstehen Objekte, mit denen wir uns schon zu Lebzeiten gerne umgeben. Unsere Urnen versuchen den Spagat zwischen Vergänglichkeit und Schönheit. Mit möglichst wenig Material entstehen Urnen von besonderer Ästhetik, die sowohl ihre praktische als auch ihre emotionale Funktion erfüllen. Danach gehen sie rückstandslos in den natürlichen Kreislauf über.
Moderne Trauerkultur bedeutet für uns auch soziale und emotionale Nachhaltigkeit. Unsere Urnen bieten Raum für persönliche Gestaltung und ermöglichen einen individuellen Abschied. Wir fragen uns: Was macht Dinge wertvoll? Wie entstehen bleibende Erinnerungen? Etwas selbst zu schaffen, kann Trost spenden und einen tiefen Eindruck hinterlassen. Ein handgefertigtes Produkt aus regionalen Materialien und unter fairen Bedingungen hergestellt – für uns eine würdige Begleitung auf dem letzten Weg.

_ the bigger picture
Wir sind kein Unternehmen, das sagt: Mit unserem Produkt wird alles gut. Eine nachhaltig von Hand hergestellte Schmuckurne ist nur ein kleiner Beitrag zur Veränderung unserer Bestattungskultur. Wir gestalten Produkte, die durch ihre Schönheit Trost spenden und dabei einen möglichst kleinen ökologischen Fußabdruck hinterlassen. Damit wollen wir Lust auf Nachhaltigkeit machen und zeigen, dass es keine Frage von Entweder / Oder ist. Dinge können gleichzeitig schön und nachhaltig sein. Dabei sind wir Teil eines größeren Themenfeldes, in dem es noch viel Raum für Verbesserungen gibt und in dem sich viel bewegt. Wir freuen uns über die vielen engagierten Bestattungsinstitute, die sich um eine individuelle Begleitung bemühen. In ökologischer Hinsicht verfolgen wir mit Interesse Entwicklungen wie die Terramation, Alkalische Hydrolyse oder Projekte wie Resting Reef, um nur ein paar wenige zu nennen.
Extra - Abschiedstränen
Abschiedstränen
Aus den Papieren der Kollektion ZEIT sind „Abschiedstränen“ erhältlich. Diese können mit persönlichen Gedanken, einem letzten Gruß beschriftet und zur Gestaltung der Urne oder als Grabbeigabe verwendet werden.
Abschiedstränen können einfach und phantasievoll zur Gestaltung unserer Papierurnen verwendet werden. Es gibt unzählige Möglichkeiten, Muster zu legen oder hier als Regenschauer mit Garn auf die Papierurne genäht.


Die Abschiedstränen können einfach und fantasievoll verwendet werden, um unsere Papierurnen zu gestalten. Es gibt unzählige Möglichkeiten Muster zu legen oder hier als Regenschauer, welcher mit Garn an die Papierurne Morgen genäht wurde.




Extra - Kondolenzkarten
Kondolenzkarten
Aus den Papieren der Kollektion RAUM sind Erinnerungs- / Kondolenzkarten (DIN A6 mit Umschlag & Fotoecken) mit der Prägung „Danke.“ erhältlich. Diese können mit einem Foto versehen und als Erinnerung verschenkt werden. Danke kann hier für beide Seiten stehen: Danke für die Unterstützung, aber auch Danke für die gemeinsame Zeit.
Hinter den Kulissen
Hier bekommt ihr einen Einblick hinter und vor die Kulissen von urnfold.
2026
Regensburg hat eine erstaunlich vielseitige Bestattungskultur. Das erleben die Unternehmerinnen von urnfold, plan b. Bestattungen und der Werk.Stadt Hummel in ihrer alltäglichen Arbeit immer wieder. Mit der Unterstützung der Stadt Regensburg und der Kreativbehörde wollen sie besondere Menschen, Orte und Begebenheiten sichtbar machen und einen Einblick in eine vielfältige und oft wenig beachtete Branche geben.
Bestattungsfachmesse BEFA Forum
3 Tage Jubiläums-Bestattungsfachmesse in Düsseldorf und urnfold mittendrin
Die ersten Monate des Jahres 2026 waren voll mit Neuentwicklungen und Vorbereitungen und gipfelten in unserem wichtigsten Branchenevent des Jahres: dem BEFA Forum in Düsseldorf. Drei Tage lang waren wir dort mit allerlei Neuerungen vertreten. So anstrengend eine Messe auch immer ist: Sie lohnt sich jedes Mal — allein schon für den persönlichen Austausch mit den unterschiedlichsten Menschen aus der Branche.
Unser Stand war in diesem Jahr sozusagen ein Heimspiel. Wir haben ihn uns mit zwei weiteren Unternehmen aus Regensburg geteilt: Werk.Stadt Hummel und plan b. Bestattungen. Am Stand wurde außerdem der Film „Sterben in Regensburg“ gezeigt, den wir mit Unterstützung der Wirtschaftsförderung der Kreativbehörde Regensburg umsetzen durften.
Auch unsere Mühen im Vorfeld haben sich gelohnt: Wir sind mit der komplett neuen Kollektion STERN, neuen Farben für die Kollektionen RAUM und ZEIT, drei Papierblumenbildern, den neuen Gestaltungsboxen und einem neuen urnfold-Katalog zur Messe gefahren. All das ist auf große Begeisterung gestoßen. Außerdem wurden wir mit dem 2. Platz im Wettbewerb um den schönsten Stand ausgezeichnet, was uns außerordentlich gefreut hat.
Zudem durften wir zwei schöne Kooperationen zeigen. Wir haben für die Urnenhersteller urnique und Additivum Papierapplikationen entwickelt, die ab sofort deren Urnen zieren.
Hier findet ihr ein paar Eindrücke von der BEFA 2026.
2025
Schöner Sterben Kollektiv
Anfang des Jahres haben wir zusammen mit plan B. Bestattungen das „Schöner Sterben Kollektiv“ gegründet. Was zunächst nur der Titel unserer Whatsapp Gruppe war, hat Anfang 2025 eine neue Form bekommen. In unserem beruflichen Alltag stoßen wir oft auf spannende Themen und Aspekte aus dem Bereich Sterben, Tod und Trauer. Oft ist nicht die Zeit, sich tiefer damit auseinanderzusetzen. Da wir aber alle das Bedürfnis gespürt haben, sich auch kulturell und künstlerisch den Themen zu nähern, wurde kurzum das Kollektiv gegründet.
Auftakt unserer gemeinsamen Aktivitäten war die Buchpräsentation des Buches Schwellenangst vom Büro Wünsch und Stömer
in Kooperation mit der Buchhandlung Dombrowsky.
Vielen Dank an die Dokumentarfotografin Heidi Gumpert für die großartigen Bilder vom Aufbau der 10.000 Dinge.
Was bleibt? 10.000 Dinge
Für den Oktober haben wir uns dann für die Kulturpatenschaft der Stadt Regensburg beworben. Wir durften das M26 bespielen und haben uns der Frage gewidmet: Was bleibt?
In der ersten von geplanten vier Ausstellungen haben wir uns all der Dinge angenommen, die Menschen besitzen und in logischer Konsequenz auch vererben, wenn sie nicht vorher ihre Habseligkeiten beräumen.
Von Februar bis Oktober haben wir 10.000 Dinge gesammelt. Warum? 10.000 Dinge werden pro Person im Durchschnitt in Deutschland vererbt. Wir konnten uns nicht vorstellen, wie viel das ist und darum wollten wir 10.000 Dinge ins M26 in Regensburg bringen und diese damit spürbar und erlebbar machen.
Wir haben uns auf die Suche nach unserer Beziehung zu den Dingen gemacht, warum wir sie brauchen, weshalb es uns so schwerfällt uns von ihnen zu trennen und was all diese Dinge mit uns machen.
Für uns kein Appell nur zum Ausmisten – sondern zur Auseinandersetzung. Die Ausstellung verstand sich nicht als Plädoyer für Minimalismus, sondern als Einladung zur Selbstreflexion: Wie bewusst gehen wir mit dem um, was wir besitzen? Wie viel Lebenszeit investieren wir in unsere Dinge – beim Kaufen, Aufbewahren, Sortieren, Entsorgen? Wer kümmert sich um meine Dinge, wenn ich nicht mehr bin? Vielleicht ein Aufruf zum Innehalten, bevor man Dinge zum eh schon Vorhandenen hinzufügt.
In der Ausstellung haben wir im Prinzip den Kreislauf der Dinge simuliert. Wir haben gesammelt, verstaut und vererbt. In der ersten Woche waren 10.000 Dinge sichtbar, in der zweiten Woche ist der Erbfall eingetreten und jeder konnte kommen und schauen „was man noch gebrauchen kann“. Begleitet wurde die Ausstellung von einem vielfältigen Rahmenprogramm, um die verschiedenen Dimensionen des Themas sichtbar zu machen.
bayern design Sommerfest 2025
Im Juli hatten wir einen besonderen Papierauftrag. Für das Sommerfest von bayern design durften wir eine bunte Wand aus Papierblumen gestalten. Zudem konnten sich die Besucher:innen selbst kleine Papierblumen gestalten und anstecken.
Eine Woche auf Kreta
Im Juni waren wir auf einer ungewöhnlichen Geschäftsreise. Wir haben zusammen mit dem Bohana Netzwerk Lydia Gastroph in ihrer Wahlheimat Kreta besucht. Lydia bietet auf der Insel Naturbestattungen an, ob im alten Olivenhain Monoplatanos, im Meer oder in den Bergen.
„Seitdem ich 1976 das erste Mal nach Kreta kam, ist mir die Insel mit ihren Bewohnern zur zweiten Heimat geworden und soll auch meine letzte Ruhestätte sein. Für mich ist schon lange klar, dass ich nicht auf einem deutschen Friedhof mit seinen starren Regeln beerdigt werden will.“ – Lydia Gastroph
Wir haben uns von Lydia ihren Friedhof zeigen lassen, gemeinsam über neue Formen des Abschieds gesprochen und einiges über die griechische Bestattungskultur gelernt. Das Mittelmeer war zudem für uns eine gute Gelegenheit, unsere Seeurne Kaizen unter Realbedingungen zu testen. Denn das Wasser vor der Küste Kretas ist so herrlich klar, dass wir auch unter Wasser genau sehen konnten, was mit der Papierurne passiert. Den Film dazu gibt es im nächsten Newsletter im August.
Einen ausführlichen Bericht zu unserer Seebestattung findet ihr bei Bohana:
Eine Seebestattung im Lybischen Meer vor Kreta

Kooperation mit der Slow Flower Bewegung
Anfang des Jahres hat sich für uns eine wirklich schöne Kooperation ergeben. Bei unseren Papierurnen achten wir darauf, möglichst nachhaltige Materialien zu verwenden. Wenn es dann um die Gestaltung, vor allem die Floristik geht, können wir nur bedingt Empfehlungen aussprechen. Durch einen Instagram Post sind wir zufällig in Kontakt mit der Slowflower Bewegung gekommen. Ein Kollektiv aus Farmer:innen, Florist:innen und Designer:innen. Die Bewegung steht für: Schnittblumen aus der Region frei von Pestiziden und Giften.
Die Kooperation: Jeden Monat stellen wir nun einer Person aus der Slowflower Bewegung eine Urne zur Verfügung und diese wird dann regional, saisonal und nachhaltig gestaltet. Weil wir das Thema so spannend und wichtig finden, haben wir beschlossen, die Gestalter:innen zu besuchen, Bilder zu machen und über die Trauerfloristik zu sprechen.


BEFA Forum in Hamburg
Ein bis zweimal im Jahr versuchen wir mit urnfold auf Branchenmessen vertreten zu sein. Es ist nicht nur schön, Kunden und Kundinnen persönlich zu treffen, sondern auch neue Menschen kennenzulernen. Dieses Jahr war unsere erste Messe die Forum BEFA in Hamburg, eine Messe, die sich vor allem an Personen richtet, die in der Bestattungsbranche selbst tätig sind. Im Mai folgt dann noch die Leben und Tod Messe in Bremen, auf der sich viel um Begleitung und unterstützende Angebote im Kontext Hospiz, Palliativmedizin, Trauerbegleitung und vielem mehr dreht.





urnfold Extras
Wir haben uns Anfang des Jahres ein paar Gedanken gemacht, wie wir noch weniger Reste produzieren können. So sind unsere urnfold-Extras entstanden, ein paar sorgfältig gestaltete Papeterieprodukte aus den Papieren unserer Urnen. Die Auswahl reicht von kleinen Kärtchen, die sich als „Letzte Nachrichten“ und „Abschiedstränen“ für die Urnengestaltung oder als Grabbeigabe eignen, bis zu Lesezeichen aus demselben Urnenpapier als bleibende Erinnerung an die individuelle Bestattung mit einer urnfold-Urne.

Die erste Urne zum Selberbauen.
In den letzten eineinhalb Jahren haben wir viele Testläufe gehabt und nun sind wir endlich soweit: Unser DIY-Set der Urne ZEIT und lieferbar. Wusstet ihr, dass die ursprüngliche Idee zu urnfold eine DIY-Urne war? Als gelernte Geigenbauerin hat Kristina 2014 ihrem Vater selbst eine Urne aus Holz gebaut. Diese Möglichkeit wollten wir auch anderen geben, ohne Workshop, Ausbildung oder Werkstatt. Am Ende war es ein langer Weg, bis unsere Verpackung und unsere Anleitung so war, dass wir mit gutem Gewissen sagen können: Die Urne kann man gut selbst gestalten und auch einfach und sicher selbst zusammenbauen.














































































































































